Beitragsarchiv

19.2.2021

Andacht an Invokavit – 21.2.

Gebet
Deinen Weg, Jesus, will ich in Gedanken mitgehen.
Du wirst verraten und verkauft, du wirst alleingelassen,
auch von denen, die dir nahstanden.
Du trägst auch unser Leid, unsere Verzweiflung und Angst.
Steh uns bei in dieser dunklen Zeit,
wenn wir allein oder verraten sind.
Amen.

Bibeltext: Johannes 13,21-30
Jesus wurde erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.
Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.
Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?
Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe.
Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.
Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!
Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Gedanken zum Text:

„Einer unter euch wird mich verraten.“ Der Satz trifft mitten ins Herz. Ein Satz und es wird bedrückend still. Keiner sagt ein Wort. Die Jünger schauen sich an. Sind ratlos, wahrscheinlich sogar verzweifelt. Die sekundenlange Stille fühlt sich viel länger an. Bis sich der erste traut und die Frage stellt, die alle umtreibt: „Wer ist’s?“ Petrus und Johannes flüstern miteinander.

Dann wird Jesus gefragt: „Wer ist’s, der dich verrät?“ Eine ängstliche Frage. Kaum einer der Jünger kann die Hand dafür ins Feuer legen, dass nicht er selber Jesus verraten wird. Eigentlich ist es keinem von ihnen zuzutrauen. Oder jedem. Jeder würde von sich behaupten, für Jesus durchs Feuer zu gehen. Doch in wenigen Stunden werden fast alle Jesus im Stich zu lassen.

„Einer unter euch“, sagt Jesus. „Einer wird mich verraten.“ Verrat ist schlimm. Aber wenn ein Freund der Verräter ist, ist es noch schlimmer. Verrat in seiner grausamsten Form, die größte Enttäuschung, die es gibt. Niemand kann einen mehr verletzen, als der, den man liebt.

„Einer unter euch wird mich verraten“. „Wer ist’s? Wer wird es tun? Jesus, sag es uns!“ Die Jünger wollen verständlicherweise gerne Gewissheit. „Wer ist’s?“ „Der ist’s,“, sagt Jesus, „dem ich den Bissen eintauche und gebe.“ Und dann nimmt er ein Stück Brot und taucht es in eine der Schüsseln. Eine vertraute Geste, eine Zeremonie, die zum Passafest gehört. Gleich wird er einem der Männer das Brot reichen. Aber weiß der Verräter schon, dass er gemeint ist? Oder hat er noch die Hoffnung, dass Jesus seinen Bissen einem anderen reicht?

„Einer unter euch wird mich verraten“. Jetzt ist es klar, wen Jesus meint: „Du bist der Mann, Judas!“ Jesus gibt ihm den Bissen. Und der nimmt ihn aus seiner Hand. „Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen“, hat Jesus gerade gesagt. Nun beginnt sich die Vorhersage zu erfüllen. Judas isst das Brot und geht dann hinaus in die Nacht. Gleich wird er Jesus verraten. Was eben nur eine Idee war, wird er jetzt tun.

„Was du tust, das tue bald“, sagt Jesus zu ihm.

„Einer unter euch wird mich verraten.“ Ein Satz, der einen schweigen lässt und traurig macht. Der Verrat des geliebten Jüngers ist der nur erste Schritt. Es werden noch weitere folgen, die Jesus ans Kreuz bringen. Amen.

Lied: Holz auf Jesu Schulter [EG 97] https://www.youtube.com/watch?v=Bvxnvm7oIqE

Pastorin Hanna Jacobs mit Elementen vom Gottesdienstinstitut Hildesheim

17.2.2021

Impulse für die Passionszeit

16.2.2021

Offene Kirche – so geht es weiter


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In den Kirchenvorständen wurde beschlossen, dass während des Lockdowns vorerst keine Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden, um Ansteckungen zu vermeiden. Trotzdem werden wir künftig am Sonntag zwischen 10 – 11 Uhr abwechselnd beide Kirchen öffnen. Sie sind eingeladen innerhalb dieser Stunde vorbeizukommen, zu beten, der Orgel- oder Klaviermusik zu lauschen oder einfach einen Moment zu verweilen. Wir laden ein zur Offenen Kirche an folgenden Sonntagen:
– in Epiphanias: 31.1., 14.2., 28.2., 14.3., 28.3., 18.4.,
– in Titus: 24.1., 7.2., 21.2., 7.3., 21.3., 11.4., 25.4.

Sobald als möglich werden wieder Gottesdienste gefeiert, bitte entnehmen Sie unsere Informationen den Schaukästen und Websites.

Auf dem YouTube-Kanal „Epiphanias Kirche Hannover“ gibt es wöchentlich „Das Wort zum Montag“: https://www.youtube.com/watch?v=NJlOAcFEwSw, gesprochen von Haupt- und Ehrenamtlichen aus beiden Gemeinden. Wenn Sie regelmäßig einen „GemeindeGruß aus Epi und Titus“ per WhatsApp erhalten möchten, schreiben Sie eine SMS an Tel. 015737295126.

15.2.2021

Online-Abendandacht 19.2.

Was verbinden Sie mit ‚Hoffnung‘? Wenn Sie mögen, schicken Sie einen Begriff oder einen Satz an jacobs.epiphanias@gmail.com. Ihre Gedanken fließen in die Vorbereitung der Andacht ein.

13.2.2021

Epiphanias-YouTube-Kanal – GemeindeGruß

Hier geht es zum Epiphanias-YouTube-Kanal.

Auf dem YouTube-Kanal „Epiphanias Kirche Hannover“ gibt es wöchentlich „Das Wort zum Montag“: https://www.youtube.com/watch?v=NJlOAcFEwSw, gesprochen von Haupt- und Ehrenamtlichen aus beiden Gemeinden.

Wenn Sie regelmäßig einen „GemeindeGruß aus Epi und Titus“ per WhatsApp erhalten möchten, schreiben Sie eine SMS an Tel. 015737295126.

10.2.2021

Andacht zum Sonntag, 14.2. – Estomihi

„Das ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.“ Jesaja, 58, 1-9

Liebe Leserinnen und Leser,
Fastenzeit – ein merkwürdiges Gefühl in diesem Jahr für alle, denen das wichtig ist, die dran denken. Wir müssen doch notgedrungen und kaum selbst gewählt auf so vieles verzichten, was uns gut, teuer, wichtig und lebensnotwendig ist. Jesaja spricht hier ein Wort Gottes, dem es nicht gefällt, wenn das Fasten einfach nur „so durchgezogen wird“, weil „man es halt machen muss“ und keine innere Beteiligung, kein Ernst dahintersteckt.

Worum geht es dann eigentlich für Gott beim Fasten? Hier wird es recht sozialkritisch. Fasten steht in dem Jesaja-Text mit dem Umgang in Zusammenhang, den die Menschen gegenüber anderen walten lassen. Haben wir bei diesen Temperaturen schon Menschen gesehen, die kein Obdach haben, die allein sind und von Tag zu Tag bei Eiseskälte sehen müssen, wie sie durchkommen? Wir haben ja immer recht viele Abwehrmechanismen, die gut funktionieren. „Ja, die sind doch selbst schuld. Niemand muss doch in unserer Gesellschaft auf der Straße leben.“ Daran ist ja ein Korn Wahrheit, und dennoch wendet Jesaja mit dem Wort Gottes, das er an uns richtet, unsere Perspektive: Wir sollen uns diese Menschen, denen es schlecht geht, nicht mit guten Argumenten vom Hals halten, sondern wir sollen sie als unser „Fleisch und Blut“ betrachten. Wir sind mit ihnen verbunden, die doch so ganz anders leben und denken als wir, denen es momentan sehr schlecht geht. Nachts fahren in den Innenstädten manche „Kältebusse“ umher, immer auf der Suche nach Menschen, die vom Kältetod bedroht sind. Freiwillige wollen etwas tun, sie fühlen sich mit den Obdachlosen verbunden. Sie wollen helfen, wollen ihnen nachgehen und die allergrößte Not für den Augenblick lindern.

Fasten hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun, die uns gilt. In diesem „uns“ sind auch die mit inbegriffen, die wir nicht sehen, nicht sehen oder wahrnehmen wollen oder nicht können. Die Gerechtigkeit, mit der wir unsere eigenen Interessen, auch unsere derzeitigen Frustrationen, unsere CoViD-19-Müdigkeit hintanstellen und auf andere aufmerksam werden, denen es schlecht geht, diese Gerechtigkeit führt einen neuen Tag herauf. Gott hat uns diesen Blick für die Gerechtigkeit gegeben. Er lässt uns tatkräftig dafür bei uns, nach unseren Kräften, handeln. Der neue Tag, den Gott heraufführt, ist schon angebrochen, wo wir aufeinander Acht geben, wo wir einander wahrnehmen und helfen, auch wenn das im Augenblick eingeschränkt möglich ist. Gott ermöglicht uns und macht uns bereit, die Gerechtigkeit, die wir haben erfahren können, anderen weiterzugeben. Wenn wir das miteinander schaffen und machen, wird‘s hell und wir alle werden mit Gottes Hilfe zusammenhalten. In dem, was wir für andere tun, wird die Stimme Gottes hörbar, die ein heilsames Wort spricht, die uns Kraft und Mut zuspricht.

Ich wünsche Ihnen und Euch, dass Gottes Gerechtigkeit berührt und motiviert, damit es unter uns und bei den anderen, die zu uns gehören gerecht werde.

Amen. Jens Petersen

Wer will und ein Evangelisches Gesangbuch zur Hand hat, singe Lied Nr. 420:

  1. Brich mit dem Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.
  2. Such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied.
  3. Teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort.
6.2.2021

Andacht für Sonntag, 7. Februar 2021

Lasst nicht nach in eurem Eifer. Lasst euch vom Geist anstecken und dient dem Herrn. Freut euch, dass ihr Hoffnung habt. Bleibt standhaft, wenn ihr leiden müsst. Hört nicht auf zu beten. Römer 12, 11-12

„Hoffnung ist gefährlich“, sagte eine gute Freundin einmal zu mir. „Manchmal hofft man ganz lange auf etwas und wartet geduldig, statt den Tatsachen ins Auge zu sehen. Und am Ende hat man umsonst gehofft.“  Die Hoffnung, von der sie sprach, klang brav. Diese Hoffnung sitzt zuhause, trinkt Tee, strickt vielleicht, und wartet ab, dass etwas passiert. Das ist die normale Hoffnung. Aber sie hat eine christliche Schwester. Und die ist so gar nicht passiv, sondern ziemlich wild und beinah trotzig.

„Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus. Sie stellt nicht nur fest, was ist. Sie ist eine wundervolle untreue Buchhalterin, die die Bilanzen fälscht und einen guten Ausgang des Lebens behauptet, wo dieser noch nicht abzusehen ist.“ schreibt Fulbert Steffensky. Diese Hoffnung ist phantasievoll, sieht Möglichkeiten, wo alle „unmöglich“ sagen. Sie guckt über so manches Problem hinweg und zeigt nach vorne und guckt nach oben. Sie ist eher Pipi Langstrumpf, als deren Freundin Annika. Sie ist Abraham, der in den Sternenhimmel guckt und sie bewegt Jüngerinnen und Jünger dazu, in ein anderes Leben aufzubrechen. Die christliche Hoffnung beschwichtigt nicht und macht nicht passiv, obwohl ihr das im Lauf der Geschichte mehrfach vorgeworfen wurde.

Hoffnung hat gerade Hochkonjunktur. So vieles ist ungewiss in dieser Krisenzeit. Wir wissen nicht, wann sie vorbei ist und was wir bis dahin noch entbehren müssen. Wir ‚zappeln unruhig vor Erwartung‘, wir ‚hüpfen‘ – daher kommt nämlich unser deutsches Wort Hoffnung. Und somit ist es kein Wunder, dass man Hoffen nicht durch Stillsitzen lernt. „Hoffen lernt man auch dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist, was wir tun.“ schreibt Steffensky weiter.

In Zeiten von Corona malt die Hoffnung Regenbögen ins Fenster. Sie hilft dem älteren Nachbarn beim Einkaufen. Sie hält Abstand, geht achtsam mit sich und anderen um. Die Hoffnung krempelt die Arme hoch und schafft sich frohe Momente im Ausnahmezustand. Sie betet auch nach vielen Wochen und Monaten noch für die, die krank sind, die, die helfen und die, die einsam sind.

Ja, Hoffnung ist tatsächlich ganz schön gefährlich – sie lässt nicht zu, dass man einfach aufgibt.

Pastorin Hanna Jacobs

Lied: Seid fröhlich in der Hoffnung (Zeichen der Liebe)
https://www.youtube.com/watch?v=VVuXzfQhb8c

Lied: Seid fröhlich in der Hoffnung, /beharrlich im Gebet / standhaft in aller Bedrängnis. / Macht einander Mut, ladet gerne Gäste ein. / Zeigt es allen, dass Jesus sie liebt.
Leben wird ein Zeichen der Hoffnung sein,/ der Hoffnung für diese Welt. / Weil Jesus vom Tod auferstanden ist, / und sie in den Händen hält!
Helfen wird ein Zeichen der Liebe sein,/ der Liebe zu dieser Welt. / Um Boten in Worten und Taten zu sein, / hat Jesus uns auserwählt!

2.2.2021

Online-Abendandacht 5.2.

Am Freitag, den 5. Februar feiern wir die erste Online-Abendandacht. Mittels Videokonferenz werden wir zusammenkommen und Texte hören, zusammen beten, Lieder hören. Jeder kann mit seinem Computer oder Handy teilnehmen, wenn er am Freitag um 17 Uhr auf diesen Link klickt: https://meet.jit.si/Epi-Abendandacht
So gelangen Sie in den digitalen Andachtsraum. Dort wird dann alles Weitere erklärt. Sie brauchen keine großen Computerkenntnisse, um teilnzunehmen. Wenn Sie mögen, legen Sie eine Kerze oder ein Teelicht bereit und etwas, um dies dann zu entzünden. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Hanna Jacobs (jacobs.epiphanias@gmail.com, Tel.: 0511/908975).

29.1.2021

Andacht Sonntag 31.1.2021

Bibeltext: 2. Petrusbrief 1, 16-21:
16: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.
17: Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
18: Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
19: Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
20: Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht.
21: Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.

Liebe Leserinnen und Leser,
die oben genannte Geschichte ist die gleiche Geschichte, die im Matthäusevangelium 17 steht. Jesus führt drei seiner Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg. Dort überschattete sie eine lichte Wolke und eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein Lieber Sohn. An dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da hatten sie Angst, fielen auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Da sprach Jesus: steht auf und fürchtet euch nicht. Als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

Hier ist die Rede vom Licht Gottes das die Dunkelheit überwindet. Das Licht Gottes ist nichts anderes als Jesus Christus. In diese Herrlichkeit kam Gottes Wort, das wir hören sollen, um unsere Ängste zu überwinden. Gottes Wort hören bedeutet auch, an Jesus Christus und seine Verheißungen zu glauben und festzuhalten. Der Verfasser des Petrusbriefs sagt, dass das Licht, das von Jesus ausgehet, eine überwältigende Kraft hat, um in die Dunkelheit unseres Lebens zu leuchten. Es ist Gottes Wort, das nicht nur über Vergangenheit erzählt, sondern auch von dem was wir Zukunft hören verheißt. Diese alte biblische Geschichte passt zu unserer aktuellen Zeit der Dunkelheit, die Zeit der tödlichen Pandemie, die uns allen hilflos und hoffnungslos gemacht hat. Weil es kein Medikament für COVID 19 gibt, müssen wir mit Einschränkung leben; soziale Kontakte vermeiden und mehrere Tage allein zuhause sitzen. Keiner kann genau sagen wann die Normalität wiederkommen wird, deshalb sehen viele diese Dunkelheit.  Wer aber nur die dunkle Seite seines Lebens sieht, kann nicht das helle Licht hinter Dunkelheit sehen. Wenn wir nur die schlechte Nachricht des Lebens hören, können wir nicht Gottes Wort hören. Gottes Herrlichkeit kann unseren inneren Augen und Herzen aufmachen, Gottes Wort zu hören und anzunehmen. Gottes biblische Geschichte, die die Menschen seit Jahrhundert erzählt haben, können das Licht unseres Lebens seien. Es gibt Worte, die leuchten wie Jesus auf dem Berg der Verklärung geleuchtet hat. Es ist ein Leuchten, das für immer alle Dunkelheit alle Angst und alle Todesfurcht wie COVID 19 vergangen sein lässt. Deshalb lassen wir nicht zu, dass das Dunkel der Pandemie uns zuspricht. Stattdessen glauben wir, dass hinter dieser Krise ein Morgenstern, Jesus Christus in unseren Herzen aufgeht. Die Geschichten vom Glauben lassen uns spüren von der Wirklichkeit der Kraft und von der Herrlichkeit, die leuchtet, nicht nur damals auf dem Berg, sondern auch heute. Die Herrlichkeit Gottes leuchtet alle Zeit: gestern, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.

Pastor Tesso Benti

Gebet und Psalm zum Letzten Sonntag nach Epiphanias (31.1. 2021)

Gebet
Gott, dein Licht macht alle Finsternis hell. Dein Wort vertreibt Angst, Sorge, Kleinmut und Verzagtheit. Dies lass uns heute Morgen erfahren, wenn wir zu dir beten, dir singen und dein Wort hören. Dies bitten wir durch Jesus Christus kraft des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 97

1: Der HERR ist König! Die ganze Welt soll in Jubel ausbrechen, selbst die fernsten Inseln sollen sich freuen!
2: Bedrohliche, dunkle Wolken umhüllen ihn, Gerechtigkeit und Recht sind die Säulen seiner Herrschaft.
3: Loderndes Feuer ist sein Vorbote, es verzehrt seine Feinde ringsumher.
4: Seine Blitze tauchen die Erde in helles Licht, die ganze Welt sieht es und erbebt.
5: Berge zerschmelzen vor ihm wie Wachs, vor ihm, dem HERRN der ganzen Welt.
6: Der Himmel ist Zeuge für seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Hoheit und Macht.
7: Alle, die Götterbilder verehren und mit ihren Götzen prahlen, müssen im Erdboden versinken vor Scham. Ja, all ihr Götter, unterwerft euch dem HERRN!
8: Die Menschen auf dem Berg Zion hören es voll Freude, die Bewohner der Städte Judas jubeln dir zu. Denn du, HERR, richtest gerecht.
9: Ja, HERR, du allein regierst die ganze Welt, du bist mächtiger und größer als alle Götter!
10: Liebt ihr den HERRN? Dann verabscheut das Böse! Gott beschützt alle, die ihm die Treue halten, und rettet sie aus der Gewalt der Gottlosen.
11: Wer Gott gehorcht, in dessen Leben wird es hell, und Freude erfüllt jeden, der ihm aufrichtig dient.
12: Ja, freut euch über den HERRN und preist ihn! Denkt daran, was der heilige Gott getan hat!

27.1.2021

Andacht Sonntag 24.1.

Bitte lesen Sie den Text im Buch Rut, Kapitel 1, Verse 1 bis 19.

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer lässt sich heute schon darauf ein, den Weg einer anderen Person vorbehaltlos mitzugehen? Viele glauben ja, sie hätten ihren eigenen, sehr speziellen Weg – nach dem Motto „I did it my way“, „ich hab‘ es auf meine Art gemacht“. Sie lassen sich nicht gern hineinreden in ihr Leben und meinen unabhängig von allen äußeren Einflüssen zu sein. Andere wiederum fühlen sich erst stark und auf dem „richtigen“ Weg, wenn sie mit anderen unterwegs sind, die ähnlich denken, ähnliche Meinungen vertreten wie sie selbst. Sie werden mit einer großen Gruppe mitgezogen.

In der Pandemie geht beides teilweise zusammen. Einige leugnen beispielsweise die Krankheit oder zumindest ihre Gefahr, und sie organisieren sich in größeren Protestgruppen, machen sich auf den Weg, gehen gleichsam ihren eigenen Weg und wollen nicht mehr glauben, was alle anderen glauben, fühlen sich als die einzigen, die alles durchschaut haben, auch wenn das alles mit Vernunft, Logik, Einsicht oder Erkenntnis nichts mehr zu tun hat.

Rut und Noomi, ihre Schwiegermutter, sind in einer höchst schwierigen Lage. Sie können in dem Land Moab, in dem sie gelebt haben, nicht mehr bleiben. Noomi entschließt sich, in ihr früheres Heimatland Juda zurückzukehren und dort ihren Alterssitz zu nehmen. Rut aus Moab entscheidet äußerst selbstsicher und konsequent, mit Noomi in das für sie fremde Land Juda mitzugehen. Sie hat nichts mehr zu verlieren. Sie schließt sich mit Zuversicht der Schwiegermutter an. „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ Es klingt wie ein Gelöbnis, was Rut hier zu Noomi spricht. Und in der Gewissheit, mit der Rut das sagt, schwingt mehr mit als das bloße, große Vertrauen zu ihrer Schwiegermutter. Hier klingt die Verbindung zu dem Gott an, zu dem Noomi sich hält und betet. Ruts Entscheidung, in einem fremden Land neu anzufangen, ist im Grunde eine Bekehrungsgeschichte. Sie lässt sich dank ihrer Schwiegermutter auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ein. Rut läuft also nicht blind irgendeinem Menschen und seinen womöglich schrägen Ideen oder krummen Wegen hinterher. Rut findet zu Gott, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Gerade auf diesem Weg findet sie aus der Finsternis hinaus zum Licht und zu einem neuen Leben. Sie vertraut also eigentlich zuerst diesem für sie neuen Gott. Gott selbst lässt sie Vertrauen bei ihrer Schwiegermutter Noomi finden.

Rut, von äußerer Not getrieben, von einer großen Zuversicht gelenkt, von ihrem neuen, treuen Gott geleitet, lässt sich nicht auf schräge Wege ein. Sie lässt sich nicht ver-führen auf Wege, die vielleicht in den Abgrund führen könnten. – Man könnte ja mitunter den Eindruck gewinnen, dass diejenigen, die ihren ganz eigenen Weg gehen wollen in der Pandemie, oder die, die sich in einer Gruppe der vermeintlich Erleuchteten oder einfach im Recht wähnen, sich im Grunde gar nicht bewegen; sie sind ja schon längst bei der Wahrheit angekommen, die die vielen anderen nur noch nicht verstanden haben, so ihr Wahn. Wer sich jedoch – mit Gott und den von ihm gesandten Menschen – auf einen Weg begibt, die vermeintlich sicheren Erkenntnisse, die festen Urteile, die unabweisbar richtigen Einsichten verlässt, wer merkt, dass gerade solche Erkenntnisse, Urteile und Einsichten ins Verderben führen, der sieht ein, dass Leben nur im Aufbruch und sich Einlassen auf Neues zu finden ist.

Viele sprechen bereits davon, dass sich unsere Gesellschaft durch die Pandemie verändert und auch weiterhin verändern wird. Wir brechen gerade in Vielem auf zu etwas Neuem, vieles Gewohnte und Liebgewonnene bricht auf oder bricht sogar ab, und viele fragen sich, woran sie sich halten können. Gott bereitet uns den Weg. Er reißt uns nicht nur heraus, sondern er führt uns auch zur neuen Normalität, einer neuen Gemeinschaft mit den Altvertrauten. Rut findet übrigens in ihrer neuen Heimat Juda sogar die Liebe ihres Lebens. Gott wird uns vor den Abwegen der Verschwörungstheorien und der Scharlatane bewahren und uns in Gemeinschaften führen, in denen wir die Energie und Beweglichkeit des Lebens mit Neugier und Mut an uns erfahren.

            Amen. Pastor Jens Petersen

Wenn Sie ein Evangelisches Gesangbuch zur Hand haben, so können Sie Lied Nr. 395 singen.

Gottes Segen für Sie. Bleiben Sie gesund und behütet.

20.1.2021

Kein Gottesdienst bis auf weiteres

Ab Februar 2021 erwarten wir Sie hoffentlich wieder.

9.1.2021

Andacht – 10. Januar

„Wusstest Du heute Morgen gleich, welcher Wochentag ist?“, fragte ich eine Freundin heute per WhatsApp. „Ja…aber es war der falsche“, schrieb sie zurück.

Mein Gefühl für Zeit hat sich in den letzten Monaten verändert. Vieles, was meinem Leben bisher einen festen Rhythmus gegeben hat – regelmäßige Termine – findet zur Zeit gar nicht oder ganz anders statt. An manchen Tagen werden die Stunden nur so weggepustet, an anderen hängen sie bleischwer in der Luft. Der Februar 2020, als alles noch „normal“ war, scheint ewig lang her zu sein. Eigenartig ist es auch, nach vorne zu schauen und überall nur Fragezeichen zu sehen. Wann endet der Lockdown? Werde ich Geburtstag feiern können? Was wird an Ostern möglich sein?

Nicht planen zu können ist anstrengend, manche Menschen macht es regelrecht nervös, weil es sich anfühlt, als würde einem die Zeit aus den Händen gleiten. Dabei gehört die Zeit ohnehin nicht mir, sosehr ich auch versuche sie zu (be)greifen und festzuhalten. Die Zeit liegt in Gottes Händen und da liegt sie gut. Er schenkt mir jeden Morgen genau einen neuen Tag. Und am nächsten wieder einen. Das macht mich dankbar und innerlich leicht. Und ich summe beim morgendlichen Kaffee das Kirchenlied:

Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir. Sorgen quälen und werden mir zu groß. Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. Vater, du wirst bei mir sein. Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.“

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag,

Ihre Pastorin Hanna Jacobs.

[unter folgendem Link können Sie das Lied anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=5XaMnkD7lYs ]

2.1.2021

Andacht – 3.1.2021

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

Kinder und Jugendliche, auch junge Erwachsene, sind von der Pandemie in besonderer Weise betroffen. Schule, Freizeit, Freunde, Feiern, das alles findet, wenn überhaupt, anders statt als gewohnt. Welche Auswirkungen die Einschränkungen auf die Entwicklung von Kindern, auf das Leben junger Erwachsener haben, lässt sich noch schwer absehen. Manche kommen recht gut durch diese Zeit, anderen ist anzusehen, dass sie sich schwer damit tun.

Manche Kinder aber entwickeln Ideen, die anderen helfen sollen, und setzen sie um. Sie entfalten Kräfte, die viele ihnen nicht zugetraut hätten. Sie können sogar noch andere von ihren Ideen überzeugen und zum Mitmachen animieren.

In schwierigen Zeiten Neues zu ersinnen und etwas Sinnvolles zu machen, ist nicht so einfach. Es bedarf einer inneren Überzeugung, eines Beharrungsvermögens und einer Durchsetzungskraft, die manche vielleicht vor den Kopf stößt. Der zwölfjährige Jesus im Tempel, wie der Evangelist Lukas ihn darstellt, geht schon seinen eigenen Weg, hat seinen eigenen Kopf. Wir, die wir diese Erzählung aus dem 2. Kapitel des Evangeliums (Verse 41 bis 52) lesen, wissen, dass der Weg, das Sinnen und Trachten des jungen Jesus nicht von ihm selbst gesteuert sind, sondern voll und ganz auf Gottes Weisung zurückgehen. Schwierig für die Eltern, Maria und Josef, seinen Ziehvater. Sie müssen begreifen: Sie haben nicht mehr denselben Weg wie Jesus. Er geht, ohne es mit den Eltern abzusprechen, einfach in den Jerusalemer Tempel und diskutiert dort mit den Gelehrten über die Auslegung der Heiligen Schriften. Als die Eltern ihn endlich nach drei Tagen finden, kommt es zu einem denkwürdigen Gespräch, bei dem Jesus ihnen erklärt, dass er seinem Vater nahe sein müsse. Ein Schock für die Eltern: Jesus setzt sich klar von ihnen ab. Der Weg Jesu führt zunächst zu seinem Vater, dann doch – versöhnliches Ende der Erzählung – zu seinen Eltern nach Nazareth und schließlich zu den Menschen, zu denen er durch den Vater im Himmel gesandt ist. Dieser Weg soll die Menschen von Mühen und Lasten befreien und sie für das öffnen, was ihnen wirklich hilft und wirklich wichtig ist für sie.

Um in schwierigen Zeiten nicht den Kopf hängen zu lassen, auf Hilfreiches und Veränderndes zu kommen, müssen Menschen die eingefahrenen Wege verlassen. Wir müssen uns mitunter von unseren Lieben entfernen, distanzieren, damit wir hinterher umso liebevoller, umso zuversichtlicher auf sie zu gehen können. Erst in einer gewissen Abgeschiedenheit, wenn wir gleichsam Einkehr mit uns selbst und Gott halten, kommen wir auf neue, erlösende Gedanken. Dann stellen wir manchmal auch die Gemeinschaft, die uns so wichtig ist, auf neue Füße.

Gehen wir mit Jesus in eine neue Zeit. Lassen wir uns von ihm den Weg in eine neue, liebevolle, unterstützende, trostvolle Gemeinschaft zeigen, in der wir Nähe erleben, aber auch Distanz erlauben und als fruchtbringend begrüßen.          Amen

Wenn Sie mögen, können Sie folgende Lieder aus dem Gesangbuch singen:

Von guten Mächten treu und still umgeben – Evangelisches Gesangbuch, Nr. 65

O du fröhliche – Evangelisches Gesangbuch, Nr. 44

Pastor Jens Petersen

30.12.2020

Andacht zum Jahreswechsel 2020 – 2021

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

auch der Jahreswechsel findet – wie schon Weihnachten – unter erschwerten Bedingungen statt. Konnten viele schon nicht das Fest der Geburt Jesu mit allen ihren Lieben feiern, so müssen wir zu Silvester auch wieder weitgehend Verzicht leisten. Ausgelassene Feste mit Familie und Freunden sind nicht möglich.

Doch einer führt uns durch die schwere Zeit und lässt uns mit „guten Mächten“ verbunden bleiben, die uns Gemeinschaft auch mit Abstand, Zuwendung auch aus der Distanz erfahren lassen.

Dietrich Bonhoeffer schrieb 1944 zur Jahreswende ein Gedicht, das schnell vertont wurde und mittlerweile zu den bekanntesten Kirchenliedern zählt:

„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Hier steht ein Mensch anderen gegenüber, die er anspricht. Er ist getrennt von ihnen, weiß nicht, wann und ob überhaupt er sie wiedersehen kann. Doch er fühlt sich gewiss inmitten von Kräften, die ihm Schutz und Trost geben. In diesem Schutz, in dieser Hut, fühlt er sich seinen Lieben inniglich verbunden. Nichts kann sie auseinanderbringen, obwohl sie nicht nahe beieinander sein können. Er ist bereit, in eine unbekannte Zukunft zu gehen, Veränderungen anzunehmen, obwohl er nicht weiß, was sie ihm bringen werden.

Gott, gib uns die Gewissheit, dass du mit deinen Kräften um uns bist, uns beschützt und stärkst, damit wir uns in dir mit unseren Lieben immer verbunden wissen. Lass uns Unbekanntes interessiert aufnehmen, auf Neues mutig zugehen und geduldig tragen können.

„Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach, Herr, gib unseren aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.“

Hier reiht sich der Singende oder Sprechende ein in die Gemeinschaft mit den anderen und steht Gott gegenüber und spricht ihn an. Er erinnert sich und uns alle daran, dass wir doch eigentlich längst in der Gnade und dem Heil Gottes stehen, so schlimm es auch um uns herum oder in uns selbst aussieht. Die letzte Zeit ist gewiss nicht einfach, eben kein Spaziergang, für uns gewesen. Nun ist die Rede von Veränderungen, die Impfstoffe bringen sollen, aber viele müssen die Schädigungen durch die letzten Monate erst noch beseitigen und sind damit ganz und gar beschäftigt. Lasten drücken weiter, da fällt es schwer, eine heile Zukunft zu sehen.

Gott, gib uns die Gewissheit, dass du uns dein Heil bringst, in dem wir auch jetzt schon längst stehen und gehen. Ändere unseren Blick durch deine Gaben und Kräfte, lass uns in deiner Gegenwart das Vergangene aus deiner Hand nehmen und uns ruhig, ohne Angst in die von dir heraufgeführte Zukunft miteinander gehen.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Hier scheinen auf einmal alle zu singen und zu sprechen. Einmütig, getröstet, ohne Schrecken, mit Gelassenheit und Zuversicht gehen sie in die Zeit. Sie können gemeinsam, mit der Hilfe Gottes, sich von der drückenden Vergangenheit weg einer Zukunft zuwenden, von der sie gewiss und zuversichtlich sind, dass sie sie gemeinsam mit Gott bewältigen. Gott stattet sie gemeinschaftlich mit einer Resilienz, einer Widerstandskraft, aus, die ihnen ermöglicht, an Gottes Gaben und Verheißungen festzuhalten, auch wenn sie sich einmal ganz verlassen fühlen. Sie singen sich, einander und anderen mit dieser von Gott gegebenen Widerstandskraft den Mut zu, dessen es bedarf, damit sie nach Gottes Willen einander beistehen, helfen und Geborgenheit geben – auch unter schwierigen Bedingungen.

Gott, gib uns Gewissheit und Gelassenheit, damit wir aus deiner Hand getrost und wohlgemut empfangen, was du uns zukommen lässt. Lass uns alle Tage nach deinem Versprechen leben, dass unsere Zeit ganz in deinen Händen steht. Gib uns feste Gemeinschaft, festes Vertrauen, unerschütterliche Zuversicht. Lass uns untereinander eine Liebe erfahren, die in diesen Zeiten Grenzen überwindet und sich öffnet für ungeahnte, schöne Möglichkeiten. Amen.

Pastor Jens Petersen

23.12.2020

Video Krippenspiel und Weihnachtsandacht

Unsere Gemeinde hat sich aufgrund der aktuellen Corona-Lage schweren Herzens dazu entschieden, die bereits angekündigten Gottesdienste zum diesjährigen Weihnachtsfest abzusagen. Um dennoch das bereits geplante und einstudierte Krippenspiel ansehen und an einer Andacht teilnehmen zu können, haben wir die folgenden beiden Videos erstellt, mit denen wir alle virtuell in unsere Epiphanias Kirche einladen. Wir wünschen trotz der vorherrschenden Beschränkungen auf diesem Wege ein frohes Weihnachtsfest.

18.12.2020

Gottesdienst entfällt Heiligabend und Weihnachten

  • Die Andachten und Gottesdienste an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag finden nicht statt.

In den letzten Monaten haben wir sorgsam geplant und uns viele Gedanken gemacht, wie wir Weihnachten unter Corona-Bedingungen sicher und fröhlich feiern können.

Doch in den letzten Wochen sind die Infektionszahlen weiter gestiegen, die Regierung hat einen zweiten Lockdown verhängt und wir sind aufgerufen, nur im engsten Familienkreis Weihnachten zu feiern. Obwohl Gottesdienste weiterhin gesetzlich erlaubt sind, haben wir uns daher am 18.12.2020 schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden.

Das heißt allerdings nicht, dass Weihnachten ausfällt! In den nächsten Tagen finden Sie zwei Gottesdienste für zuhause auf YouTube: einen familienfreundlichen Gottesdienst mit Krippenspiel und einen festlichen Predigtgottesdienst.

Sie haben kein Internet? Melden Sie sich im Gemeindebüro, dann bringen wir Ihnen einen Gottesdienst zum Lesen nachhause, den Sie an Heiligabend allein oder mit der Familie feiern können.

Eine aktuell vorbereitete Weihnachtsandacht bietet außerdem der Stadtkirchenverband Hannover,  Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes, per Telefon an. Wählen Sie die Rufnummer: 0511-3643777.

Wir sind in unserem Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden, auch wenn wir Weihnachten dieses Jahr zuhause in unseren Wohnzimmern feiern statt in der Kirche.

Gott segne Sie und schenke Ihnen ein frohes Weihnachtsfest – trotz Corona. Gott erhalte Sie gesund und behüte Sie. Auf dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen!

Pn H. Jacobs – P. J. Petersen 

16.12.2020

Adventsmomente

Dieses Jahr findet der Advent vor allem zuhause statt. Im Wohnzimmer, vor der Haustür oder bei einem winterlichen Spaziergang. Auch wenn wir uns nicht treffen können, wollen wir einander doch daran teilhaben lassen, wie wir diese Wochen verbringen.

Daher haben Menschen aus den Gemeinden Epiphanias und Titus Fotos gemacht von ihren persönlichen „Adventsmomenten“.

10.9.2020

Gottesdienst mit Corona-Regeln

Bitte beachten Sie bei den Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen die besonderen Abstands- und Hygiene-Regeln. Die nachstehende Anwesenheitsdokumentation muss für jede Veranstaltung ausgefüllt vorliegen. Bitte drucken Sie sie aus und bringen Sie sie ausgefüllt mit. Damit ersparen Sie sich evtl. Wartezeiten am Eingang.

Anwesenheitsdokumentation CoViD-19   (als PDF zum Download).

Wenn Sie keinen Drucker haben, ist es natürlich auch möglich, den Bogen bei uns im Gemeindehaus auszufüllen.

Wir freuen uns, dass Sie in unsere Kirchengemeinde kommen.

10.9.2020

Neue Pastorin in Epiphanias

Nach einigen Monaten des Abwartens, ob alles klappt, kann ich endlich sagen: Hallo, ich bin Hanna Jacobs (32) und neu im Sahlkamp. Eine Kunstgalerie unter freiem Himmel habe ich schon entdeckt, einen kleinen Markt, einen Stadtteilbauernhof, viel Grün. Und mittendrin die Epiphanias-Kirchengemeinde. Ich freue mich sehr, dass ich genau da, mittendrin, ab September 2020 Pastorin sein darf. Mit 25% werde ich zudem an der Akademie Loccum mitarbeiten.

Die letzten zwei Jahre habe im Ruhrgebiet verbracht und in Essen das „raumschiff.ruhr“ geleitet, ein Gemeindeprojekt für junge Erwachsene. Es war und ist mir ein Anliegen, mit Menschen nach Möglichkeiten zu suchen gemeinsam Glauben zu leben, zum Beispiel mit Wohnzimmerkonzerten, Abendbrotessen, Meditation oder besonderen Gottesdiensten…

Davor habe ich mein Vikariat in Selsingen gemacht, einem kleinen Dorf zwischen Hamburg und Bremen, zwischen Kühen und Schützenfest. Dabei wollte ich als Jugendliche noch gar nicht Pastorin werden. Meine frühe Kindheit habe ich in Südafrika verbracht, aufgewachsen bin ich hauptsächlich in Hermannsburg in der Lüneburger Heide. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten fing ich an, in England Internationale Beziehungen zu studieren. Doch die Frage danach, wie eine Kirche aussehen kann, in der ich mich zuhause fühle, ließ mich nicht los und irgendwann merkte ich: Gott hat etwas anderes mit mir vor. Und so begann ich, Theologie zu studieren. Erst in Heidelberg, dann in Greifswald und Göttingen.

Als ich vor zwei Jahren ordiniert wurde, wählte ich einen Vers aus Marias Lobgesang: „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes“ (Lukas 1, 46-47). Freude finden an der Liebe, die mit Jesus Christus in diese Welt gekommen ist und sie weitergeben mit Worten, Musik, beim Kaffeetrinken oder Feiern – das möchte ich mit Ihnen gemeinsam tun. Ich bin neugierig darauf, was uns auf diesem Weg begegnen wird.

Mein Weg führt mich übrigens nicht das erste Mal nach Hannover. Als Kind habe ich oft meine Großmutter hier besucht und bin auch einige Zeit in der Nachbargemeinde Gethsemane in den Kindergarten gegangen. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Umzug ist für mich somit Nachhauskommen und Neuanfang zugleich.

In meiner Freizeit schreibe ich gerne, u.a. für DIE ZEIT Christ & Welt. Besonders gut abschalten kann ich beim Schwimmen, am liebsten im Freibad. Ich koche gerne für mich und für andere, mag Museen und Musik.

Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!

Ihre Hanna Jacobs

9.9.2020

Digitaler Adventskalender

Bitte hier anklicken:    Adventskalender

Sie möchten den digitalen Adventskalender erhalten? Dann speichern Sie am besten die Tel.-Nr. 0157 37295126 in Ihrem Handy unter „Adventskalender“ und schicken
eine WhatsApp mit dem Inhalt „Advent“ an diese Nummer.
Sie haben kein WhatsApp und möchten trotzdem teilnehmen? Schreiben Sie eine Mail an
jacobs.epiphanias@gmail.com.

5.9.2020

Nikolaus

2.9.2020

Gottesdienste zur Zeit

Vom Pfingstsonntag an werden wieder Gottesdienste in unseren Gemeinden gefeiert. Im Juni bis Ende August wird im Wechsel an einem Sonntag von der Titus-Kirche und am nächsten von der Epiphanias-Kirche eingeladen, an gemeinsamen Gottesdiensten teilzunehmen.

Es wird dann also nur in einer Kirche für die zwei Gemeinden an einem Sonntag Gottesdienst gefeiert.

In Zeiten der Einschränkungen ist dieses Vorgehen für unsere beiden Gemeinden eine Möglichkeit, wieder zusammenzukommen und trotzdem die Versammlungsorte zu minimieren und zu konzentrieren.
So freuen sich beide Gemeinden schon, mit allen Interessierten Gottesdienste „leibhaftig“ zu begehen.

Folgende Maßnahmen und Regeln gelten seit dem 24.5.2020:

  • Bitte Abstand von 1.5 m einhalten. Auch beim Eingang / Ausgang.
  • Gehen Sie nur einzeln durch die Tür.
  • Ein Mund-und-Nasen-Schutz ist wünschenswert.
  • Am Eingang steht Desinfektion für die Hände bereit.
  • Wir verzichten auf das Händeschütteln aus Rücksicht auf eine
    mögliche Ansteckung.
  • Bitte nur in den markierten Bänken sitzen und auch hier den Abstand einhalten. Dies gilt nicht, wenn Sie zu einer Familie gehören.
  • Es gibt keine Gesangbücher. Auf Gemeindegesang muss z.Z. verzichtet werden.
  • Es wird kein Abendmahl gefeiert.
  • Die Kollekte wird ausschließlich am Ausgang gesammelt.
  • Das Kirchencafe kann nicht stattfinden.

Wir freuen uns auf Sie!

Pastor Jens Petersen

1.9.2020

Was bedeutet Buß- und Bettag?

Nach einem langen Sommer mit dem 2., 3., 4. …19. Sonntag nach Trinitatis, fallen im Herbst nicht nur die rot-goldenen Blätter von den Bäumen. Es fallen auch einige Feiertage an. Erst Erntedank, dann Reformationstag, bald darauf Buß- und Bettag und schließlich der Ewigkeitssonntag. Allesamt kirchliche Feiertage, an denen wir innehalten und zurückblicken. Auf das, wofür wir dankbar sind, auf die Geschichte unserer Kirche, ebenso wie auf die Geschichte unseres eigenen Lebens.

Die beiden Videos erklären nicht nur den Ursprung von Reformationstag und Buß- und Bettag, sie geben auch Impulse, was diese Feiertage für uns heute bedeuten könnten.

https://youtu.be/JdQ6OIkvWXw

https://youtu.be/84-rKPMcT_8


1.9.2020

Corona-Sommer in Epiphanias

23. August 2020

22.5.2020

Video Gottesdienst Exaudi

Exaudi – Erhöre! Was das Thema dieses Sonntages mit den Four Tops und ihrem Hit „Reach out I’ll be there“ verbindet, zeigt Pastor Jens Petersen in dieser Aufzeichnung des Gottesdienstes Exaudi aus der Epiphanias Kirche. Musikalisch wird er begleitet von Irina Janz (Gesang) und Konstantin Schneider (Gitarre).

15.5.2020

Video Gottesdienst Rogate

Dieses Mal laden die Pastoren Jens Petersen und Tesso Benti gemeinsam zu einem Video Gottesdienst in die Epiphanias Kirche ein. „Have a talk with god“ (Stevie Wonder) ist das zentrale Thema, natürlich auch in musikalischer Hinsicht.

9.5.2020

Video-Gottesdienst Kantate





Der Gottesdienst Kantate wurde in der Titus Kirche aufgezeichnet und kann über die Homepage der Titus Kirche angesehen werden.

3.5.2020

Epiphanias-Informationen

Liebe Gemeinde,
über unsere Homepage, die von Frau Keßler neu gestaltet wurde, können Sie sich weiterhin gut informieren. Schauen Sie doch einmal vorbei:

Informationszettel

 

30.4.2020

Andacht für den 3. Mai

2. Korinther 4, 14 -18
14: Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird.
15: Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen zur Verherrlichung Gottes.
16: Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert.
17: Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit,
18: uns, die wir nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare blicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.

Der Bibeltext liest sich nicht so leicht in Corona-Zeiten. „Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit“: Wer fühlt sich so? Schulen, Kindergärten, Altenheime sind gesperrt. Menschliche Nähe scheint unerwünscht. Natürlich – jeder weiß um die Infektionsgefahr. Wer erwachsen und gesund ist, versteht das schon. Aber wer erklärt kleinen Kindern, dass der schöne Spielplatz gesperrt ist und die Freunde aus dem Kindergarten irgendwie gefährlich sind – jedenfalls darf man nicht mit ihnen spielen und fröhlich sein. Für alte Menschen bedeutet das Abstandhalten Kontaktverlust zu den Kindern, den Enkeln. Ja, und auch der freie Wille alter Menschen wird nicht geachtet. Vielleicht wollen sie gar nicht so geschützt werden und lieber Kinder und Enkel sehen.
Und die Wirtschaft! Vielen Menschen bricht die Existenz weg. Wer gestern noch ein ordentliches Einkommen hatte, ist vielleicht bald pleite, weil das Geschäft geschlossen ist und kein Geld verdient werden kann. Die Kosten bleiben aber. Kein Staat der Welt kann diese Unkosten abfangen. Es bleibt nur, das Schlimmste zu verhindern.
16: „Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert“. Vielleicht schenkt uns Gott doch etwas – mitten in der Krise. Auf einmal geht es nicht mehr nur um Erfolg, Karriere, die vielen Wünsche im Alltag, die unseren äußeren Menschen so beschäftigen. Es wird deutlicher, was das Leben eigentlich ausmacht, worauf nicht verzichtet werden kann: Familie, Freunde, ja, auch die Nachbarn, die im Alltag kaum eine Rolle spielen, werden wichtig. Vielleicht brauchen sie Hilfe? Vielleicht können sie helfen? Das Leben kann trotz der schweren Krise und dem Abstand, der zueinander eingehalten werden muss, wärmer und menschlicher werden. Der äußere Mensch mit seinen Ansprüchen und Wünschen muss sich zurücknehmen. Damit ist nicht gesagt, dass Beruf, Geld verdienen oder sich einfach mal amüsieren unwichtig ist, ganz im Gegenteil. Aber der äußere Mensch bezieht seine Kraft aus dem Kern des Lebens: Liebe, Bindungen, Glaube. Die Krise hat die Welt, in der wir leben, leiser gemacht und entschleunigt. Vielleicht gelingt es gerade dadurch, die wirklich wichtigen Dinge klarer wahrzunehmen. Und mitten in der Krise Freude an dem zu haben, was Gott jeden Tag schenkt: Die Liebe in Familie und Freundschaft, den Frühling, die Hilfsbereitschaft untereinander, die jetzt in der Krise so präsent ist. Und das andere? Die Arbeit, das normale Leben? Lasst uns Gott bitten, dass das bald wieder sein kann. Und dass wir darüber nicht vergessen, was wirklich wichtig ist.

Prädikantin Irmgard Schulz

24.4.2020

Misericordias Domini, 26. April

Der Predigttext steht im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, Verse 21-25
„Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht wider schmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsere Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeinde,
die Stimmen mehren sich, dass wir in der Epidemie nun nicht mehr nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die wirtschaftlichen Lebensgrundlagen bedenken und sinnvolle Maßnahmen ergreifen sollten. Wissenschaftler*innen sagen, es dauere mindestens noch zwölf Monate, bis ein Impfstoff gegen die CoVID-19-Pandemie produziert werden könne. Und währenddessen mehren sich Stimmen in sozialen Medien, es bringen sich lauter laute Politiker zu Gehör, die mit kruden Verschwörungstheorien oder mit aberwitzigen Vorstellungen und unbewiesenen Thesen Menschen aufwiegeln und in all der Unsicherheit zu weiterer Verunsicherung beitragen. Viele Menschen suchen verständlicherweise in all der Unübersichtlichkeit nach Orientierung, nach der Person, der Maßnahme oder Einsicht, der sie vertrauen können. Wir alle suchen in diesen unklaren Zeiten nach Tröstungen, doch treffen wir allzu häufig nur auf Menschen, die auch nur im Trüben fischen und Trügerisches für uns angeln. So soll zum Beispiel Knoblauch gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 auf jeden Fall helfen – es ist ein Trugschluss, wie vernünftige Einsicht schnell herausfindet.
Einer, in dessen Mund sich kein Betrug findet, wie es im Predigttext heißt, – ja das wäre jetzt genau jemand, den wir bräuchten. Aber den finden wir hier nicht. Wir finden hier nur sehr verantwortungsvolle Politiker*innen, die bisher mit ihren Entscheidungen einen guten Weg gewiesen haben; wir finden Wissenschaftler*innen, die mit ihrer Expertise einen Orientierungsrahmen geben, aber wie alle Verantwortlichen nur weiterhin „auf Sicht fahren“ können und allen trügerischen und manchmal betrügerischen Vorstellungen oder Lügen oder Ansichten Fakten entgegenzustellen wissen. Mehr geht im Moment nicht. – Währenddessen leiden Menschen in Krankenhäusern, in Intensivstationen, sie sterben allein, und Angehörige dürfen nicht zu ihnen; Ärzte und Pflegepersonal mühen sich seit Wochen für sie, für uns alle ab; in Schulen müssen Lehrer*innen dafür sorgen, dass ein eingeschränkter Lehrbetrieb wieder anläuft und wissen bei all den Widrigkeiten nicht, wie.
In Jesus Christus haben wir einen, der unsere mangelnde Voraussicht, die wachsende und verständliche Nachlässigkeit, die Inkonsequenz, unsere Zugänglichkeit für einfache Erklärungen und den riskanten Wunsch nach unserem früheren Leben auf sich nimmt. In ihm finden alle Furchtsamen, die Leidenden, die einsam Siechenden, aber auch die, die sich für das Wohl anderer plagen, die sich mit schwierigen Entscheidungen herumschlagen, einen, der sich unerkannt zu ihnen allen gesellt. Bei ihm finden sie eine tragende Gemeinschaft, die über all die Ungewissheit, Unwägbarkeit und Unwegsamkeit, über alle Ungeborgenheit und Ungeschütztheit hinaus eine Besonnenheit, Gelassenheit und ein Heil gibt, die bei allen anstehenden Schwierigkeiten eine heilsame Zuversicht weckt und ins Werk setzt. Aus seinem Leiden heraus, das er für uns überwunden hat, erhalten wir alle von ihm eine Kraft, die unser Vertrauen auf ihn lenkt, den Hirten und den, der uns im Blick behält, auf uns sieht, uns beaufsichtigt und behutsam lenkt. Amen.
Pastor Jens Petersen