Andacht an Invokavit – 21.2.

Gebet
Deinen Weg, Jesus, will ich in Gedanken mitgehen.
Du wirst verraten und verkauft, du wirst alleingelassen,
auch von denen, die dir nahstanden.
Du trägst auch unser Leid, unsere Verzweiflung und Angst.
Steh uns bei in dieser dunklen Zeit,
wenn wir allein oder verraten sind.
Amen.

Bibeltext: Johannes 13,21-30
Jesus wurde erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.
Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.
Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?
Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe.
Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.
Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!
Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Gedanken zum Text:

„Einer unter euch wird mich verraten.“ Der Satz trifft mitten ins Herz. Ein Satz und es wird bedrückend still. Keiner sagt ein Wort. Die Jünger schauen sich an. Sind ratlos, wahrscheinlich sogar verzweifelt. Die sekundenlange Stille fühlt sich viel länger an. Bis sich der erste traut und die Frage stellt, die alle umtreibt: „Wer ist’s?“ Petrus und Johannes flüstern miteinander.

Dann wird Jesus gefragt: „Wer ist’s, der dich verrät?“ Eine ängstliche Frage. Kaum einer der Jünger kann die Hand dafür ins Feuer legen, dass nicht er selber Jesus verraten wird. Eigentlich ist es keinem von ihnen zuzutrauen. Oder jedem. Jeder würde von sich behaupten, für Jesus durchs Feuer zu gehen. Doch in wenigen Stunden werden fast alle Jesus im Stich zu lassen.

„Einer unter euch“, sagt Jesus. „Einer wird mich verraten.“ Verrat ist schlimm. Aber wenn ein Freund der Verräter ist, ist es noch schlimmer. Verrat in seiner grausamsten Form, die größte Enttäuschung, die es gibt. Niemand kann einen mehr verletzen, als der, den man liebt.

„Einer unter euch wird mich verraten“. „Wer ist’s? Wer wird es tun? Jesus, sag es uns!“ Die Jünger wollen verständlicherweise gerne Gewissheit. „Wer ist’s?“ „Der ist’s,“, sagt Jesus, „dem ich den Bissen eintauche und gebe.“ Und dann nimmt er ein Stück Brot und taucht es in eine der Schüsseln. Eine vertraute Geste, eine Zeremonie, die zum Passafest gehört. Gleich wird er einem der Männer das Brot reichen. Aber weiß der Verräter schon, dass er gemeint ist? Oder hat er noch die Hoffnung, dass Jesus seinen Bissen einem anderen reicht?

„Einer unter euch wird mich verraten“. Jetzt ist es klar, wen Jesus meint: „Du bist der Mann, Judas!“ Jesus gibt ihm den Bissen. Und der nimmt ihn aus seiner Hand. „Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen“, hat Jesus gerade gesagt. Nun beginnt sich die Vorhersage zu erfüllen. Judas isst das Brot und geht dann hinaus in die Nacht. Gleich wird er Jesus verraten. Was eben nur eine Idee war, wird er jetzt tun.

„Was du tust, das tue bald“, sagt Jesus zu ihm.

„Einer unter euch wird mich verraten.“ Ein Satz, der einen schweigen lässt und traurig macht. Der Verrat des geliebten Jüngers ist der nur erste Schritt. Es werden noch weitere folgen, die Jesus ans Kreuz bringen. Amen.

Lied: Holz auf Jesu Schulter [EG 97] https://www.youtube.com/watch?v=Bvxnvm7oIqE

Pastorin Hanna Jacobs mit Elementen vom Gottesdienstinstitut Hildesheim

Offene Kirche – so geht es weiter


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In den Kirchenvorständen wurde beschlossen, dass während des Lockdowns vorerst keine Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden, um Ansteckungen zu vermeiden. Trotzdem werden wir künftig am Sonntag zwischen 10 – 11 Uhr abwechselnd beide Kirchen öffnen. Sie sind eingeladen innerhalb dieser Stunde vorbeizukommen, zu beten, der Orgel- oder Klaviermusik zu lauschen oder einfach einen Moment zu verweilen. Wir laden ein zur Offenen Kirche an folgenden Sonntagen:
– in Epiphanias: 31.1., 14.2., 28.2., 14.3., 28.3., 18.4.,
– in Titus: 24.1., 7.2., 21.2., 7.3., 21.3., 11.4., 25.4.

Sobald als möglich werden wieder Gottesdienste gefeiert, bitte entnehmen Sie unsere Informationen den Schaukästen und Websites.

Auf dem YouTube-Kanal „Epiphanias Kirche Hannover“ gibt es wöchentlich „Das Wort zum Montag“: https://www.youtube.com/watch?v=NJlOAcFEwSw, gesprochen von Haupt- und Ehrenamtlichen aus beiden Gemeinden. Wenn Sie regelmäßig einen „GemeindeGruß aus Epi und Titus“ per WhatsApp erhalten möchten, schreiben Sie eine SMS an Tel. 015737295126.

Andacht zum Sonntag, 14.2. – Estomihi

„Das ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.“ Jesaja, 58, 1-9

Liebe Leserinnen und Leser,
Fastenzeit – ein merkwürdiges Gefühl in diesem Jahr für alle, denen das wichtig ist, die dran denken. Wir müssen doch notgedrungen und kaum selbst gewählt auf so vieles verzichten, was uns gut, teuer, wichtig und lebensnotwendig ist. Jesaja spricht hier ein Wort Gottes, dem es nicht gefällt, wenn das Fasten einfach nur „so durchgezogen wird“, weil „man es halt machen muss“ und keine innere Beteiligung, kein Ernst dahintersteckt.

Worum geht es dann eigentlich für Gott beim Fasten? Hier wird es recht sozialkritisch. Fasten steht in dem Jesaja-Text mit dem Umgang in Zusammenhang, den die Menschen gegenüber anderen walten lassen. Haben wir bei diesen Temperaturen schon Menschen gesehen, die kein Obdach haben, die allein sind und von Tag zu Tag bei Eiseskälte sehen müssen, wie sie durchkommen? Wir haben ja immer recht viele Abwehrmechanismen, die gut funktionieren. „Ja, die sind doch selbst schuld. Niemand muss doch in unserer Gesellschaft auf der Straße leben.“ Daran ist ja ein Korn Wahrheit, und dennoch wendet Jesaja mit dem Wort Gottes, das er an uns richtet, unsere Perspektive: Wir sollen uns diese Menschen, denen es schlecht geht, nicht mit guten Argumenten vom Hals halten, sondern wir sollen sie als unser „Fleisch und Blut“ betrachten. Wir sind mit ihnen verbunden, die doch so ganz anders leben und denken als wir, denen es momentan sehr schlecht geht. Nachts fahren in den Innenstädten manche „Kältebusse“ umher, immer auf der Suche nach Menschen, die vom Kältetod bedroht sind. Freiwillige wollen etwas tun, sie fühlen sich mit den Obdachlosen verbunden. Sie wollen helfen, wollen ihnen nachgehen und die allergrößte Not für den Augenblick lindern.

Fasten hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun, die uns gilt. In diesem „uns“ sind auch die mit inbegriffen, die wir nicht sehen, nicht sehen oder wahrnehmen wollen oder nicht können. Die Gerechtigkeit, mit der wir unsere eigenen Interessen, auch unsere derzeitigen Frustrationen, unsere CoViD-19-Müdigkeit hintanstellen und auf andere aufmerksam werden, denen es schlecht geht, diese Gerechtigkeit führt einen neuen Tag herauf. Gott hat uns diesen Blick für die Gerechtigkeit gegeben. Er lässt uns tatkräftig dafür bei uns, nach unseren Kräften, handeln. Der neue Tag, den Gott heraufführt, ist schon angebrochen, wo wir aufeinander Acht geben, wo wir einander wahrnehmen und helfen, auch wenn das im Augenblick eingeschränkt möglich ist. Gott ermöglicht uns und macht uns bereit, die Gerechtigkeit, die wir haben erfahren können, anderen weiterzugeben. Wenn wir das miteinander schaffen und machen, wird‘s hell und wir alle werden mit Gottes Hilfe zusammenhalten. In dem, was wir für andere tun, wird die Stimme Gottes hörbar, die ein heilsames Wort spricht, die uns Kraft und Mut zuspricht.

Ich wünsche Ihnen und Euch, dass Gottes Gerechtigkeit berührt und motiviert, damit es unter uns und bei den anderen, die zu uns gehören gerecht werde.

Amen. Jens Petersen

Wer will und ein Evangelisches Gesangbuch zur Hand hat, singe Lied Nr. 420:

  1. Brich mit dem Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.
  2. Such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied.
  3. Teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort.

Andacht für Sonntag, 7. Februar 2021

Lasst nicht nach in eurem Eifer. Lasst euch vom Geist anstecken und dient dem Herrn. Freut euch, dass ihr Hoffnung habt. Bleibt standhaft, wenn ihr leiden müsst. Hört nicht auf zu beten. Römer 12, 11-12

„Hoffnung ist gefährlich“, sagte eine gute Freundin einmal zu mir. „Manchmal hofft man ganz lange auf etwas und wartet geduldig, statt den Tatsachen ins Auge zu sehen. Und am Ende hat man umsonst gehofft.“  Die Hoffnung, von der sie sprach, klang brav. Diese Hoffnung sitzt zuhause, trinkt Tee, strickt vielleicht, und wartet ab, dass etwas passiert. Das ist die normale Hoffnung. Aber sie hat eine christliche Schwester. Und die ist so gar nicht passiv, sondern ziemlich wild und beinah trotzig.

„Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus. Sie stellt nicht nur fest, was ist. Sie ist eine wundervolle untreue Buchhalterin, die die Bilanzen fälscht und einen guten Ausgang des Lebens behauptet, wo dieser noch nicht abzusehen ist.“ schreibt Fulbert Steffensky. Diese Hoffnung ist phantasievoll, sieht Möglichkeiten, wo alle „unmöglich“ sagen. Sie guckt über so manches Problem hinweg und zeigt nach vorne und guckt nach oben. Sie ist eher Pipi Langstrumpf, als deren Freundin Annika. Sie ist Abraham, der in den Sternenhimmel guckt und sie bewegt Jüngerinnen und Jünger dazu, in ein anderes Leben aufzubrechen. Die christliche Hoffnung beschwichtigt nicht und macht nicht passiv, obwohl ihr das im Lauf der Geschichte mehrfach vorgeworfen wurde.

Hoffnung hat gerade Hochkonjunktur. So vieles ist ungewiss in dieser Krisenzeit. Wir wissen nicht, wann sie vorbei ist und was wir bis dahin noch entbehren müssen. Wir ‚zappeln unruhig vor Erwartung‘, wir ‚hüpfen‘ – daher kommt nämlich unser deutsches Wort Hoffnung. Und somit ist es kein Wunder, dass man Hoffen nicht durch Stillsitzen lernt. „Hoffen lernt man auch dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist, was wir tun.“ schreibt Steffensky weiter.

In Zeiten von Corona malt die Hoffnung Regenbögen ins Fenster. Sie hilft dem älteren Nachbarn beim Einkaufen. Sie hält Abstand, geht achtsam mit sich und anderen um. Die Hoffnung krempelt die Arme hoch und schafft sich frohe Momente im Ausnahmezustand. Sie betet auch nach vielen Wochen und Monaten noch für die, die krank sind, die, die helfen und die, die einsam sind.

Ja, Hoffnung ist tatsächlich ganz schön gefährlich – sie lässt nicht zu, dass man einfach aufgibt.

Pastorin Hanna Jacobs

Lied: Seid fröhlich in der Hoffnung (Zeichen der Liebe)
https://www.youtube.com/watch?v=VVuXzfQhb8c

Lied: Seid fröhlich in der Hoffnung, /beharrlich im Gebet / standhaft in aller Bedrängnis. / Macht einander Mut, ladet gerne Gäste ein. / Zeigt es allen, dass Jesus sie liebt.
Leben wird ein Zeichen der Hoffnung sein,/ der Hoffnung für diese Welt. / Weil Jesus vom Tod auferstanden ist, / und sie in den Händen hält!
Helfen wird ein Zeichen der Liebe sein,/ der Liebe zu dieser Welt. / Um Boten in Worten und Taten zu sein, / hat Jesus uns auserwählt!

Online-Abendandacht 5.2.

Am Freitag, den 5. Februar feiern wir die erste Online-Abendandacht. Mittels Videokonferenz werden wir zusammenkommen und Texte hören, zusammen beten, Lieder hören. Jeder kann mit seinem Computer oder Handy teilnehmen, wenn er am Freitag um 17 Uhr auf diesen Link klickt: https://meet.jit.si/Epi-Abendandacht
So gelangen Sie in den digitalen Andachtsraum. Dort wird dann alles Weitere erklärt. Sie brauchen keine großen Computerkenntnisse, um teilnzunehmen. Wenn Sie mögen, legen Sie eine Kerze oder ein Teelicht bereit und etwas, um dies dann zu entzünden. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Hanna Jacobs (jacobs.epiphanias@gmail.com, Tel.: 0511/908975).

Andacht Sonntag 31.1.2021

Bibeltext: 2. Petrusbrief 1, 16-21:
16: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.
17: Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
18: Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
19: Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
20: Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht.
21: Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.

Liebe Leserinnen und Leser,
die oben genannte Geschichte ist die gleiche Geschichte, die im Matthäusevangelium 17 steht. Jesus führt drei seiner Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg. Dort überschattete sie eine lichte Wolke und eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein Lieber Sohn. An dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da hatten sie Angst, fielen auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Da sprach Jesus: steht auf und fürchtet euch nicht. Als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

Hier ist die Rede vom Licht Gottes das die Dunkelheit überwindet. Das Licht Gottes ist nichts anderes als Jesus Christus. In diese Herrlichkeit kam Gottes Wort, das wir hören sollen, um unsere Ängste zu überwinden. Gottes Wort hören bedeutet auch, an Jesus Christus und seine Verheißungen zu glauben und festzuhalten. Der Verfasser des Petrusbriefs sagt, dass das Licht, das von Jesus ausgehet, eine überwältigende Kraft hat, um in die Dunkelheit unseres Lebens zu leuchten. Es ist Gottes Wort, das nicht nur über Vergangenheit erzählt, sondern auch von dem was wir Zukunft hören verheißt. Diese alte biblische Geschichte passt zu unserer aktuellen Zeit der Dunkelheit, die Zeit der tödlichen Pandemie, die uns allen hilflos und hoffnungslos gemacht hat. Weil es kein Medikament für COVID 19 gibt, müssen wir mit Einschränkung leben; soziale Kontakte vermeiden und mehrere Tage allein zuhause sitzen. Keiner kann genau sagen wann die Normalität wiederkommen wird, deshalb sehen viele diese Dunkelheit.  Wer aber nur die dunkle Seite seines Lebens sieht, kann nicht das helle Licht hinter Dunkelheit sehen. Wenn wir nur die schlechte Nachricht des Lebens hören, können wir nicht Gottes Wort hören. Gottes Herrlichkeit kann unseren inneren Augen und Herzen aufmachen, Gottes Wort zu hören und anzunehmen. Gottes biblische Geschichte, die die Menschen seit Jahrhundert erzählt haben, können das Licht unseres Lebens seien. Es gibt Worte, die leuchten wie Jesus auf dem Berg der Verklärung geleuchtet hat. Es ist ein Leuchten, das für immer alle Dunkelheit alle Angst und alle Todesfurcht wie COVID 19 vergangen sein lässt. Deshalb lassen wir nicht zu, dass das Dunkel der Pandemie uns zuspricht. Stattdessen glauben wir, dass hinter dieser Krise ein Morgenstern, Jesus Christus in unseren Herzen aufgeht. Die Geschichten vom Glauben lassen uns spüren von der Wirklichkeit der Kraft und von der Herrlichkeit, die leuchtet, nicht nur damals auf dem Berg, sondern auch heute. Die Herrlichkeit Gottes leuchtet alle Zeit: gestern, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.

Pastor Tesso Benti

Gebet und Psalm zum Letzten Sonntag nach Epiphanias (31.1. 2021)

Gebet
Gott, dein Licht macht alle Finsternis hell. Dein Wort vertreibt Angst, Sorge, Kleinmut und Verzagtheit. Dies lass uns heute Morgen erfahren, wenn wir zu dir beten, dir singen und dein Wort hören. Dies bitten wir durch Jesus Christus kraft des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 97

1: Der HERR ist König! Die ganze Welt soll in Jubel ausbrechen, selbst die fernsten Inseln sollen sich freuen!
2: Bedrohliche, dunkle Wolken umhüllen ihn, Gerechtigkeit und Recht sind die Säulen seiner Herrschaft.
3: Loderndes Feuer ist sein Vorbote, es verzehrt seine Feinde ringsumher.
4: Seine Blitze tauchen die Erde in helles Licht, die ganze Welt sieht es und erbebt.
5: Berge zerschmelzen vor ihm wie Wachs, vor ihm, dem HERRN der ganzen Welt.
6: Der Himmel ist Zeuge für seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Hoheit und Macht.
7: Alle, die Götterbilder verehren und mit ihren Götzen prahlen, müssen im Erdboden versinken vor Scham. Ja, all ihr Götter, unterwerft euch dem HERRN!
8: Die Menschen auf dem Berg Zion hören es voll Freude, die Bewohner der Städte Judas jubeln dir zu. Denn du, HERR, richtest gerecht.
9: Ja, HERR, du allein regierst die ganze Welt, du bist mächtiger und größer als alle Götter!
10: Liebt ihr den HERRN? Dann verabscheut das Böse! Gott beschützt alle, die ihm die Treue halten, und rettet sie aus der Gewalt der Gottlosen.
11: Wer Gott gehorcht, in dessen Leben wird es hell, und Freude erfüllt jeden, der ihm aufrichtig dient.
12: Ja, freut euch über den HERRN und preist ihn! Denkt daran, was der heilige Gott getan hat!

Andacht Sonntag 24.1.

Bitte lesen Sie den Text im Buch Rut, Kapitel 1, Verse 1 bis 19.

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer lässt sich heute schon darauf ein, den Weg einer anderen Person vorbehaltlos mitzugehen? Viele glauben ja, sie hätten ihren eigenen, sehr speziellen Weg – nach dem Motto „I did it my way“, „ich hab‘ es auf meine Art gemacht“. Sie lassen sich nicht gern hineinreden in ihr Leben und meinen unabhängig von allen äußeren Einflüssen zu sein. Andere wiederum fühlen sich erst stark und auf dem „richtigen“ Weg, wenn sie mit anderen unterwegs sind, die ähnlich denken, ähnliche Meinungen vertreten wie sie selbst. Sie werden mit einer großen Gruppe mitgezogen.

In der Pandemie geht beides teilweise zusammen. Einige leugnen beispielsweise die Krankheit oder zumindest ihre Gefahr, und sie organisieren sich in größeren Protestgruppen, machen sich auf den Weg, gehen gleichsam ihren eigenen Weg und wollen nicht mehr glauben, was alle anderen glauben, fühlen sich als die einzigen, die alles durchschaut haben, auch wenn das alles mit Vernunft, Logik, Einsicht oder Erkenntnis nichts mehr zu tun hat.

Rut und Noomi, ihre Schwiegermutter, sind in einer höchst schwierigen Lage. Sie können in dem Land Moab, in dem sie gelebt haben, nicht mehr bleiben. Noomi entschließt sich, in ihr früheres Heimatland Juda zurückzukehren und dort ihren Alterssitz zu nehmen. Rut aus Moab entscheidet äußerst selbstsicher und konsequent, mit Noomi in das für sie fremde Land Juda mitzugehen. Sie hat nichts mehr zu verlieren. Sie schließt sich mit Zuversicht der Schwiegermutter an. „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ Es klingt wie ein Gelöbnis, was Rut hier zu Noomi spricht. Und in der Gewissheit, mit der Rut das sagt, schwingt mehr mit als das bloße, große Vertrauen zu ihrer Schwiegermutter. Hier klingt die Verbindung zu dem Gott an, zu dem Noomi sich hält und betet. Ruts Entscheidung, in einem fremden Land neu anzufangen, ist im Grunde eine Bekehrungsgeschichte. Sie lässt sich dank ihrer Schwiegermutter auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ein. Rut läuft also nicht blind irgendeinem Menschen und seinen womöglich schrägen Ideen oder krummen Wegen hinterher. Rut findet zu Gott, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Gerade auf diesem Weg findet sie aus der Finsternis hinaus zum Licht und zu einem neuen Leben. Sie vertraut also eigentlich zuerst diesem für sie neuen Gott. Gott selbst lässt sie Vertrauen bei ihrer Schwiegermutter Noomi finden.

Rut, von äußerer Not getrieben, von einer großen Zuversicht gelenkt, von ihrem neuen, treuen Gott geleitet, lässt sich nicht auf schräge Wege ein. Sie lässt sich nicht ver-führen auf Wege, die vielleicht in den Abgrund führen könnten. – Man könnte ja mitunter den Eindruck gewinnen, dass diejenigen, die ihren ganz eigenen Weg gehen wollen in der Pandemie, oder die, die sich in einer Gruppe der vermeintlich Erleuchteten oder einfach im Recht wähnen, sich im Grunde gar nicht bewegen; sie sind ja schon längst bei der Wahrheit angekommen, die die vielen anderen nur noch nicht verstanden haben, so ihr Wahn. Wer sich jedoch – mit Gott und den von ihm gesandten Menschen – auf einen Weg begibt, die vermeintlich sicheren Erkenntnisse, die festen Urteile, die unabweisbar richtigen Einsichten verlässt, wer merkt, dass gerade solche Erkenntnisse, Urteile und Einsichten ins Verderben führen, der sieht ein, dass Leben nur im Aufbruch und sich Einlassen auf Neues zu finden ist.

Viele sprechen bereits davon, dass sich unsere Gesellschaft durch die Pandemie verändert und auch weiterhin verändern wird. Wir brechen gerade in Vielem auf zu etwas Neuem, vieles Gewohnte und Liebgewonnene bricht auf oder bricht sogar ab, und viele fragen sich, woran sie sich halten können. Gott bereitet uns den Weg. Er reißt uns nicht nur heraus, sondern er führt uns auch zur neuen Normalität, einer neuen Gemeinschaft mit den Altvertrauten. Rut findet übrigens in ihrer neuen Heimat Juda sogar die Liebe ihres Lebens. Gott wird uns vor den Abwegen der Verschwörungstheorien und der Scharlatane bewahren und uns in Gemeinschaften führen, in denen wir die Energie und Beweglichkeit des Lebens mit Neugier und Mut an uns erfahren.

            Amen. Pastor Jens Petersen

Wenn Sie ein Evangelisches Gesangbuch zur Hand haben, so können Sie Lied Nr. 395 singen.

Gottes Segen für Sie. Bleiben Sie gesund und behütet.