Andacht – 10. Januar

„Wusstest Du heute Morgen gleich, welcher Wochentag ist?“, fragte ich eine Freundin heute per WhatsApp. „Ja…aber es war der falsche“, schrieb sie zurück.

Mein Gefühl für Zeit hat sich in den letzten Monaten verändert. Vieles, was meinem Leben bisher einen festen Rhythmus gegeben hat – regelmäßige Termine – findet zur Zeit gar nicht oder ganz anders statt. An manchen Tagen werden die Stunden nur so weggepustet, an anderen hängen sie bleischwer in der Luft. Der Februar 2020, als alles noch „normal“ war, scheint ewig lang her zu sein. Eigenartig ist es auch, nach vorne zu schauen und überall nur Fragezeichen zu sehen. Wann endet der Lockdown? Werde ich Geburtstag feiern können? Was wird an Ostern möglich sein?

Nicht planen zu können ist anstrengend, manche Menschen macht es regelrecht nervös, weil es sich anfühlt, als würde einem die Zeit aus den Händen gleiten. Dabei gehört die Zeit ohnehin nicht mir, sosehr ich auch versuche sie zu (be)greifen und festzuhalten. Die Zeit liegt in Gottes Händen und da liegt sie gut. Er schenkt mir jeden Morgen genau einen neuen Tag. Und am nächsten wieder einen. Das macht mich dankbar und innerlich leicht. Und ich summe beim morgendlichen Kaffee das Kirchenlied:

Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir. Sorgen quälen und werden mir zu groß. Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. Vater, du wirst bei mir sein. Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.“

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag,

Ihre Pastorin Hanna Jacobs.

[unter folgendem Link können Sie das Lied anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=5XaMnkD7lYs ]