Andacht Jubilate am 25. April

22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.23Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.24Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.25Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.26Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen,27dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.28Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.29Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.30Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun.31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.32Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören.33So ging Paulus weg aus ihrer Mitte.34Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen (Apostelgeschichte 17, 22-34).

Liebe/r Leserinnen und Leser,

In jeder Kultur gibt es eine Vorstellung von Gott. Weil niemand Gott sehen kann, versucht man in verschiedenen Kommunikationsmethoden Gott darzustellen, um dadurch an Gott heranzukommen. Einige erzählen Geschichten, Mythen, andere erstellen künstlerische Abbildungen und wieder andere haben Rituale wie Opfergabe und Gebete. Oft versteht man nur die Darstellung seiner eigenen Kultur und hat Vorurteile gegenüber der Darstellung der anderen Kulturen. – Missionare, die nach Afrika reisten, hatten ebenfalls Vorurteile gegenüber der Gottes Darstellung der afrikanischen Kulturen. Sie waren der Meinung, dass afrikanische Völker von dem „wahren Gott“ wenig Ahnung hatten weshalb sie die Darstellung und Rituale ihrer Kultur mitbrachten und als die richtige vorstellten. Oft wurden die afrikanischen Religionen als Hexerei beschrieben.  Solche Vorurteile waren und sind die Ursache für jegliche religiöse Konflikte der Welt. Um diesen Missverständnissen zu klären haben moderne Theologie- und Religionswissenschaftler geforscht und sich verständigt, dass Gott in jedem Volk und in jeder Kultur sich offenbart hat.

Das bestätigt der heutige Predigttext aus der Apostelgeschichte 17. Hier wird erzählt: Paulus kam während seiner 2. Missionsreise in Athen an, machte einen Stadtrundgang, sah verschiedene Ältere mit Bildern und Schriften der Götter des griechischen Volks. Auf einen Altar steht eine Schrift, die lautet: „Dem unbekannten Gott“. Für Paulus war diese Schrift ein Ausgangspunkt, um das Evangelium zu verkündigen. „Dem unbekannten Gott“ der Griechen verbindet er mit christlicher Lehre oder Christologie und sagt: „nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist…. Der unbekannte Gott ist der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“.  Wir Menschen sind Gottesgeschlecht, aber wir meinen nicht die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.

Dieser Gott hat einen Gerichtstag festgesetzt, um mit Gerechtigkeit durch seinen Sohn Jesus Christus alle Menschen zu richten. Aber bevor der Gerichtstag kommt, hat Gott den Glauben angeboten, indem er Jesus Christus von den Toten auferweckt hat. Diese Botschaft bedeutet für jede Frau und jeder Mann: ich komme an Gott heran, nicht durch eigene Anstrengungen, nicht durch meine Leistungen und Rituale, sondern allein durch den Glauben, allein dadurch, dass ich Jesus vertraue. Möge Gott uns einen festen Glauben geben, um uns auf ihn zu verlassen.                      Ihr Pastor Benti